Pulverbeschichtung

Unseren Kunden bieten wir die Möglichkeit, verschiedenste Beschichtungen auf den von uns hergestellten Metallgestellen und -bauteilen aufzubringen – aber auch als eigenständige Dienstleistung, insbesondere im Rahmen lokaler Zusammenarbeit.

Wir setzen sowohl die elektrostatische (Corona-) als auch die triboelektrische (Tribo-) Pulverbeschichtung ein. Dafür verfügen wir über eine eigene Beschichtungsanlage. Je nach Kundenanforderung wird ein-, zweischichtig oder mit zusätzlichen Grundierlacken beschichtet. Die Gestelle können vor der Beschichtung bei Bedarf gestrahlt (Sandstrahlen/Kugelstrahlen) oder galvanisch verzinkt werden, sofern dies erforderlich ist.

Wir pulverbeschichten jährlich bis zu hunderttausend Metallgestelle, und über die Jahre unserer Fabrikarbeit haben wir bereits Millionen Stück beschichtet. Sie gehen vor allem an B2B-Kunden – Marken und Unternehmen –, die mit ihrer eigenen Expansion unsere Gestelle an die unterschiedlichsten Orte gebracht haben: in Hotels, Restaurants, Schulen, private Haushalte, Flughäfen und viele weitere Orte. Man kann also mit gutem Gewissen sagen, dass so mancher Europäer schon einmal auf einem unserer Stühle gesessen hat, ohne es zu wissen.

Pulverbeschichtung in Blau und Gold

Pulverbeschichtung – Lacke

Bei pulverbeschichteten Produkten kommen meist Epoxid-Polyester-Mischungen (für den Innenbereich) oder reine Polyesterlacke (für Innen- und Außenbereich) zum Einsatz. Polyesterlacke zeichnen sich durch eine hohe UV-Beständigkeit aus (Farb- und Glanzstabilität), während Epoxid-Polyester-Mischungen eine etwas höhere mechanische und chemische Beständigkeit sowie bessere Haftung auf dem Untergrund bieten – daher ihre Beliebtheit bei Möbel- und Inneneinrichtungsprodukten.

Wir können mit vom Kunden ausgewählten Lacken arbeiten oder Lacke aus unserem Lager bzw. direkt von Lackherstellern anbieten. Wir arbeiten mit den weltweit führenden Lackherstellern zusammen.

Für Metallgestelle im Innenausstattungsbereich beschränkt sich die Auswahl meist auf folgende Punkte:

Oberflächenstruktur:

  • glatt
  • feine Struktur
  • grobe Struktur

Glanzgrad der Farbe, meist angegeben in GU (Gloss Units – Maßeinheit für die Lichtreflexion bei einem Messwinkel von 60°; 100 GU entspricht einem perfekten Spiegel, 0 GU einem perfekten Schwarz). Die Einteilung ist nicht einheitlich genormt, verschiedene Hersteller verwenden unterschiedliche Klassifizierungen – nachfolgend ein Beispiel (kleiner Hinweis aus der Praxis: Der Glanzgrad strukturierter Lacke gilt mit dieser Methode als nicht messbar und wird eher subjektiv vom Hersteller bewertet):

  • Tiefmatt – < 10 GU
  • Matt – 10–20 GU
  • Halbmatt – > 20 GU, < 35 GU
  • Seidenmatt (Satin) – 35–65 GU
  • Seidenglänzend – > 65 GU, < 80 GU
  • Glänzend – 80+ GU

Farbe / Effekt:

  • Pigmentierte Farben nach Farbkarte (z. B. nach der beliebten und leicht verfügbaren RAL-Palette oder Premium-Paletten wie NCS, Pantone, RAL Design)
  • Metallic-Lacke, z. B. mit metallischen Effektpigmenten, die verschiedene Metalle wie Silber, Aluminium, Titan oder Gold imitieren
  • Transparente, farblose Lacke – werden z. B. verwendet, um das Erscheinungsbild der darunterliegenden Schicht zu erhalten oder hervorzuheben, oder um die natürliche Metalloberfläche sichtbar zu lassen. Gebräuchlich sind im Wesentlichen nur zwei Varianten: matt und hochglänzend; Zwischenstufen sind deutlich schwerer erhältlich und selten im Einsatz. Matte Lacke streuen und vereinheitlichen Reflexionen, glänzende Lacke betonen dagegen das Erscheinungsbild der darunterliegenden Schicht. Der Hauptnachteil dieser Lacke, insbesondere der glänzenden Varianten, ist die Notwendigkeit einer sehr guten Vorbereitung der Untergrundoberfläche und der Beseitigung von Verfärbungen, da jeglicher Mangel nach dem Lackieren sichtbar hervortritt.
  • Transparente Lacke mit Pigment – wie oben, erlauben jedoch, der darunterliegenden Schicht einen anderen Farbton zu verleihen. So kann z. B. blanker Edelstahl mit einem bernsteinfarbenen Pigmentlack überzogen werden, wodurch er beispielsweise Kupfer oder Messing imitiert. Die Pulverbeschichtung dient hier als ergänzende Methode.
  • Grundierlacke – meist in neutralen Farbtönen, da sie nicht die endgültige Schicht darstellen; erhältlich sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich. Bei Gestellen aus unlegiertem (schwarzem) Stahl empfiehlt sich der Einsatz zinkhaltiger Grundierlacke. Bei Gestellen, bei denen die Pulverbeschichtung nicht den primären Korrosionsschutz darstellt (galvanisch verzinkter Stahl, Edelstahl), macht der Einsatz einer Grundierung selten Sinn.

Pulverbeschichtung – Methoden

Beim Auftragen von Pulverlacken werden zwei Hauptmethoden eingesetzt: die elektrostatische Methode (Corona) und die triboelektrische Methode (Tribo). Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt vom Lack und der Form des Bauteils ab.

Vorteile der elektrostatischen Methode (die Pistole erzeugt hohe Spannungen im Bereich mehrerer Dutzend kV; die Ablagerung erfolgt durch elektrostatische Anziehung – das Werkstück ist geerdet und zieht das durch die Pistole aufgeladene Pulver an):

  • höhere Effizienz
  • einfachere Bedienung
  • schnellerer Auftrag
  • sehr gut geeignet für die Serienproduktion

Vorteile der triboelektrischen Methode (im Applikator befindet sich ein spezielles Material, das dem Pulver durch Reibung eine elektrische Ladung verleiht; das zu beschichtende Werkstück ist ebenfalls geerdet):

  • bessere Penetration von Ecken und Winkeln
  • geringeres Problem mit dem Faraday-Effekt
  • interessant bei komplexen Konstruktionen
  • potenziell gleichmäßigere Schichtdicke

Leider eignet sich nicht jeder Pulverlack für beide Methoden. Besonders metallisch wirkende Pulverlacke sind für die Tribo-Methode ungeeignet, da sie eine bestimmte Ausrichtung der Partikel bzw. Flitter sowie wiederholbare Verfahrensparameter erfordern. Die Corona-Methode ist die Methode der Wahl. Erst bei komplizierten Formen und schwer zugänglichen Stellen kommt die Tribo-Methode infrage – mit Ausnahme von Metallic-Lacken, für die Tribo nicht empfohlen wird.

Nachfolgend Beispiele beschichteter Gestelle, bei denen sich der Kunde für die Pulverbeschichtung als finale Beschichtung entschieden hat.

Galerie:

Wer sein Wissen über Beschichtungen und Oberflächenvorbereitung vertiefen möchte, findet fundierte Fachartikel, Branchennews und Praxisberichte rund um Pulverbeschichtung, Nasslackierung und Oberflächentechnik beim JOT – Journal für Oberflächentechnik unter jot-oberflaeche.de